In der Gedenkstätte Flossenbürg

14.02.2026 - Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte die Klasse M10 im Januar 2026 die Gedenkstätte Flossenbürg. Eine Schülerin schildert ihre Eindrücke dieses bewegenden Tages – zwischen winterlicher Kälte, Stille und tiefem Nachdenken über die Geschichte.

Ankunft – vom Lachen zur Stille

Im Bus herrscht noch ausgelassene Stimmung, als wir jedoch dort ankommen, ist es wie, als hätte sich eine düstere Wolke über uns ausgebreitet. Stille und betretendes Schweigen der meisten Schülerinnen und Schüler. Wir, die Klasse M10, besuchen am 14. Januar 2026 die Gedenkstätte Flossenbürg.

Erste Eindrücke auf dem Gelände

Ich schaue über das Gelände des Konzentrationslagers und habe ein beklemmendes Gefühl in mir. Es nieselt leicht und ist kühl. Es kommt mir aber nicht so schlimm vor, da jeder von uns eine warme Winterjacke anhat. Als ich aber an die Gefangenen von damals denke, die alle keine besonders dicke Kleidung trugen, werde ich nachdenklich.

Die Führung – Spuren der Vergangenheit

Ein netter Mann, der uns die Führung gibt, begrüßt uns. Er erklärt, wo früher welche Einrichtungen auf dem Gelände gewesen sind, weil man vieles nicht mehr sieht und Schnee auf allem liegt. In der Wäscherei sehen wir uns ein paar Bilder von damals an und auch eine Uniform. Es ist schon verrückt, wie wenig Kleidung die Häftlinge bei Minusgraden an hatten. Dann sind wir in dem Raum, wo die Häftlinge sich ausziehen mussten und ihnen die Haare abrasiert wurden. Die Nazis wollten den Menschen damit ihr Selbstwertgefühl wegnehmen, sagt unser Guide. An der Wand stehen auch Sprüche. Einer, der mir besonders im Kopf hängen geblieben ist, stammt von einem unbekannten Gefangenen: „Wir haben nicht nur unsere Haare verloren, sondern auch unsere Seelen.“

Duschräume – bedrückende Stille

Gemeinsam stehen wir anschließend in dem Raum daneben, dort sind die Duschen. Es ist sehr still und unsere Stimmen hallen. Der Geruch ähnelt alten Kellerwänden, das macht das ganze Thema, noch bedrückender. Die Häftlinge mussten sich dort nackt mit eiskaltem oder extrem heißem Wasser abduschen und wurden danach von den Kapos mit Schläuchen geschlagen. Hier wurde ihnen nochmals ihr Selbstbewusstsein genommen.

Stimmen der Häftlinge

Als nächstes gehen wir in einen Raum, wo Informationen über etliche Häftlinge abgebildet sind und warum sie gefangen genommen wurden. Zum Glück ist es heutzutage nicht erlaubt, wegen so etwas eingesperrt zu werden. Dann sind wir in einem Raum wo man sich Interviews von damaligen Häftlingen anhören kann. Da bekomme ich Gänsehaut und ein Schauer läuft mir über den Rücken. Einer der Häftlinge sagt: „Wir waren zwar aus dem KZ befreit worden aber das KZ nicht aus uns.“ Alle im Raum sind sprachlos und still.

Ein Tag, der bleibt

Zum Schluss besuchen wir noch die Kirche und das Krematorium. Mich hat dieser Tag und die Eindrücke sehr berührt. Es ist wichtig, dass jeder mal ein KZ besucht damit man weiß, was früher geschehen ist, denn so etwas soll sich niemals wiederholen.

 

Text: Angelina Schürger

Bilder: Doris Lauer

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